METHODE

Beatriz A.E. Padovan und Dr. Sonia Padovan Catenne

Die Neurofunktionelle Reorganisation nach PADOVAN

Das Geheimnisvolle ist die schönste Sache, die jemand erfahren kann.
Dieses eine grundlegende Gefühl existiert innerhalb der Kunst und der Wissenschaft.

Einstein

Wir beabsichtigen über sehr einfache und weithin bekannte Dinge zu sprechen.
Sie sind einfach, weil sie natürlich sind / zur Natur gehören und weil wir sie seit Menschengedenken kennen.
Wenn wir Bohnensamen in einem angemessenen Klima säen, können wir voraussehen, was geschieht: Er keimt. Er wächst mit seinen individuellen Eigenschaften und entwickelt schließlich Hülsen, innerhalb derer wir identische Samen finden können, die denen entsprechen, die wir vorher säten.
Es geschieht deswegen, weil jeder Samen ein genau festgelegtes genetisches Programm enthält.

Blume Jede Form von Leben folgt diesem Weg. Wir können folglich leicht voraussagen, was während seiner Entwicklung geschieht. Diese Idee kann auch auf den Menschen übertragen werden: Wenn ein Baby geboren wird, können wir vorher erklären, dass es zukünftig die Eigenschaften eines Erwachsenen, sei es eines Mannes oder einer Frau, erreicht. Alles scheint so selbstverständlich, dass wir diese Wunder, die sich täglich rechts oder links von uns ausbreiten, gar nicht wahrnehmen!

Eine Blumenknospe beginnt zu blühen. Ein Singvogel errichtet sein Nest, ohne jemals darin unterrichtet worden zu sein. Ein Kind, das mit seinen ersten Schritten experimentiert ... . In jeder Art von Leben steckt Veränderung.

In jedem Menschen geschehen diese Veränderungen auch, beginnend mit dem Moment der Erzeugung bis zu seinem Tod. Das ist, was wir Entwicklung nennen, egal ob sie motorischen, linguistischen, intellektuellen oder emotionalen Ursprungs ist. Sogar in unserer Persönlichkeit treten diese Veränderungen auf. Sie sind abhängig von unseren Erfahrungen und von dem, was wir erlernen. Die Tatsache, dass wir schließlich Erwachsenenstatus erreichen, bedeutet nicht notwendigerweise, dass wir aufhören uns zu entwickeln. Wir verändern uns ständig, ob wir es mögen oder nicht dank den klugen Regeln der Natur.

1. Gehen - Sprechen - Denken 2. Die Verbindung zwischen Gehen - Sprechen - Denken 3. Die Neurologische Organisation 4. Neurologische Reorganisation 5. Vegetative Reflexfunktionen 6. Die methodischen Übungen 7. Zusammenfassung 8. Ausbildungsorte

1. Gehen - Sprechen - Denken

Wenn wir die Entwicklung eines menschlichen Wesens studieren, können viele Ansätze angewandt werden.

Nach Steiner (1891) ist eine der wichtigsten Verbindungen (zum Verstehen und zur Verbesserung der Ausbildung - und auch des therapeutischen Prozesses), diejenige die auf der Beziehung zwischen dem GEHEN, dem SPRECHEN und dem DENKEN basiert. Er sagt, dass diese drei Tätigkeiten das menschliche Wesen wie folgt definieren: "Der Mensch ist die einzige Spezies, die aufrecht gehen, eine kodifizierte Sprache sprechen und Ideen durchdenken kann, mit anderen Worten, er ist ein denkendes Wesen". Es ist wichtig zu verstehen, wie Steiner jede dieser Tätigkeiten charakterisiert.

Das GEHEN ist nicht nur Bewegungsenergie. Stehenbleiben und aufrechter Gang sind nur die äußerlich sichtbaren Spuren eines viel komplexeren und größeren Prozesses. Es ist ein Prozess, der das Kind von einer horizontalen Position in eine vertikale bringt. Das Kind muss gegen die Schwerkraft kämpfen und seinen Körper im Raum mit Balance und Harmonie ausrichten und dabei jede Bewegung steuern. Bevor das Kind es schafft auf seinen eigenen Beinen zu stehen, durchschreitet es viele unterschiedliche Phasen: es rollt, kriecht, krabbelt und schließlich kann es gehen. Dies geschieht jedoch nur im Fall, dass das Kind eine natürliche Entwicklung durchlaufen hat. Es gibt Fälle, in denen das Kind nicht all diese Phasen durchläuft oder einige Phasen nur teilweise. Wir sagen dann beispielsweise: das Kind hat die Kriechphase "übersprungen". Warum sagen wir das? Weil wir tief in uns wissen, dass es nur natürlich ist, dass ein Kind kriechen sollte.
Alle diese Phasen sind so sehr der menschlichen Natur zugehörig und werden durch Impulse erreicht, die durch den Körper gesendet werden. Sie gehören zum menschlichen, genetischen Programm und sind für die Entwicklung des Kindes wichtig.

SPRECHEN bezieht sich nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern es schließt auch jede andere Art der Kommunikation mit ein. Es gibt viele unterschiedliche Sprachen: Gestik, Pantomime, Lesen, Schreiben, Mathematik, Morsealphabet und viele andere. Nach Pedro Block gibt es auf den Kanarischen Inseln die Kommunikationsform des Pfeifens. Anscheinend verwenden sie diese Form noch um bei religiösen Zeremonien Psalme zu singen.
Menschen kommunizieren in den unterschiedlichsten Formen. Die erste Form der kindlichen Kommunikation ist die mit dem eigenen Körper. Wenn sie einen Arm ausstrecken, um auf den Schoß genommen zu werden, gebrauchen sie diese Art der Kommunikation. Wie Bodella (1992) sagt: "Sogar die tiefste Stille kann uns etwas über eine Person mitteilen. Es ist unmöglich für einen Einzelnen nicht zu kommunizieren".

DENKEN sollte nicht nur als Fähigkeit angesehen werden Ideen zu formulieren, sondern auch die Fähigkeit zu lernen und sich an seine Umwelt anzupassen.

Als Beispiel lässt sich Aveyrons Geschichte über den "Wolfs"-Jungen heranziehen:
Als er als Jugendlicher gefunden wurde, war sein Verhalten sehr ähnlich dem des Wolfes. Er ging auf allen Vieren, nahm Wasser wie andere Tiere durch Schlecken auf, er heulte wie ein Wolf (es war seine Sprache). Dies bedeutet, dass er lernte und sich seiner Umwelt anpasste.
Untersuchen wir dagegen ein Haustier, z. B. eine Katze, zeigt sich eine andere Verhaltensweise. Nehmen wir die Katze aus ihrem Umfeld und von ihren Gleichgesellten weg und lassen sie unter Menschen groß werden, wird sie sich im Erwachsenenalter wie jede andere Katze verhalten. Sie geht auf allen Vieren (anders als die Menschen, die sie großgezogen haben), sie wird miauen (anstatt zu sprechen) und sie hat die gleichen Verhaltensreaktionen wie andere Katzen, so als wenn sie immer unter ihnen gelebt hätte.

Daraus ergibt sich folgende Frage: Aus welchem Grund hat der "Wolfs"-Junge (der Mensch) seine Identität, seine menschliche Natur verloren, während die Katze ihre ureigensten Eigenschaften erhalten hat?
Die Antwort liegt in der Tatsache, dass Menschen über die Fähigkeit verfügen sich anzupassen und zu lernen. Steiner (1891) fasst solche Eigenschaften unter dem Begriff Denken zusammen.

Im Allgemeinen sind Tiere programmiert ihrem genetischen Potential zu folgen und sind dabei nicht in der Lage dieses zu ändern. Im Falle von Menschen ist die Situation anders. Auch der Mensch hat sein eigenes genetisches Potential. Allerdings benötigt er ein angemessenes Umfeld, um es umzusetzen. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, wird er seinen Entwicklungsprozess durchlaufen, der für jeden Menschen der gleiche ist, da dies von seinem genetischen Programm abhängt.
Er wird lernen zu gehen, zu sprechen und zu denken. Darüber hinaus kann jeder von uns bestimmte Fähigkeiten verbessern. Einige entwickeln bessere motorische Fähigkeiten (die mit dem Geh-Prozess verbunden sind), andere werden wiederum bessere Sprachfähigkeiten [Sprach-Prozess] entwickeln und wieder andere ihre intellektuellen Fähigkeiten besser entwickeln (Denk-Prozess).
Dies kann deswegen passieren, weil der Mensch über die Fähigkeit verfügt auszuwählen. Er besitzt einen freien Willen. Die Kraft des Denkens wird dabei noch nicht einmal in Betracht gezogen.
Nur der Mensch besitzt die wunderbare Gabe zu denken. Dies unterscheidet ihn von den Tieren.

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2. Die Verbindung zwischen GEHEN - SPRECHEN - DENKEN

Es gibt eine Erscheinungsform, die jede dieser drei Aktivitäten charakterisiert.

Wir können sagen, dass ein Kind zu gehen beginnt, wenn es aufrecht stehen kann und sich horizontal bewegt. Dies geschieht meist im oder um das erste Lebensjahr. Zwischen dem 1,5 und dem 2. Lebensjahr lernt das Kind die Kommunikation auf Basis oraler Sprache. Aber ab welchem Alter können wir beim Kind die Fähigkeit feststellen, dass es Ideen zu durchdenken beginnt?

Steiner (1891) ging davon aus, dass dies um das dritte Lebensjahr geschieht. Genau dann, wenn es beginnt "Ich" zu sagen, um sich selbst zu benennen.

Diese drei Aktivitäten hängen von einander ab und entwickeln sich neben einander. Allerdings weist jede dieser Phasen bzw. jedes entsprechende Alter eine Vorherrschaft einer bestimmten Phase auf. Mehr noch: Es gibt eine genaue Abfolge, durch die jede dieser Tätigkeiten erworben und ausgebildet wird.

Wie bereits vorher gesagt, beginnt ein Kind in seinem ersten Lebensjahr zu gehen, in seinem zweiten zu sprechen und in seinem dritten zu denken.

Zahnräder Innerhalb dieser Sequenz, so Steiner(1891), gibt es eine bestimmte Abhängigkeit zwischen diesen Aktivitäten. Er konstatiert: "Durch einen geheimnisvollen PROZESS im menschlichen Körper, vergleichbar mit der Art und Weise, wie ein Kind gehen lernt , sich im Raum zu orientieren oder von einem Ort zu einem anderen zu gehen, so stellt sich die Sprache als eine Manifestation des Gehprozesses dar. Die Sprache ist deshalb ein Ergebnis des Gehprozesses. Mit anderen Worten, es ist ein Produkt der eigenen Lagebestimmung im Raum."
Steiner (1891) führt weiter aus: "Es ist eine zutreffende Tatsache, dass wenn ein Kind zu sprechen beginnt, der vollständige Organismus aktiv ist. Die Außenbewegungen werden zu internen Bewegung der Sprache."

Diese Aussage erscheint anfangs merkwürdig, aber Quiros (1979), ein großer argentinischer Logopäde, bestätigt, dass der ganze Körper (das ganze ZNS) eine grundlegende Rolle beim Sprechprozess spielt: "Es ist ziemlich schwierig, einen Teil des ZNS zu finden, der keine Beziehung zur Kommunikation oder Sprache hat. Sogar das Rückenmark, das zunächst nicht irgendeine direkte Beziehung zu haben scheint, bildet einen wichtigen Beitrag. Es informiert den Cortex über die Lage und die Bewegung der Körperteile, womit es einer Person ermöglicht wird, ihren Körper in Übereinstimmung zur korrekten Korrespondenz der Zeichen und der Symbole gänzlich zu benutzen. Wir bestätigen folglich nochmals, dass es kein zentrales Nervengewebe gibt, das nicht mit Sprache verbunden werden kann."

Wie Quiros erwähnt auch Piaget die Verbindungen dieser drei Tätigkeiten (auf Steiner (1891) bezogen) "Die sensomotorische Intelligenz, die vor der Sprache existiert, bereitet die grundlegende Tätigkeit vor, die später zu reflektierenden Gedanken wird." Piaget sagt auch, dass es eine Brücke geben sollte, die die sensomotorische Intelligenz und die reflektierenden Gedanken verbindet.
Er sagt: "(...) Sprache entwickelt sich in einer bestimmten Weise und wird nur Gedanke, wenn der Letzte in der Lage ist, eine Umwandlung zuzulassen."

Was bedeutet das genau? Es bedeutet, dass alles von der neurologischen Reife abhängt, wenn man sich verkünden will. Piaget und Steiner meinen dasselbe, benutzen aber unterschiedliche Wörter. Wenn Steiner von GEHEN spricht, spricht Piaget über sensomotorische Intelligenz. Bezieht sich der erste auf SPRECHEN, bezieht sich der zweite auf Sprache. Und wenn es um das DENKEN geht, nennt Piaget es Reflexivgedanken. Andere Autoren beziehen sich auf das gleiche Thema, mit unterschiedlichen Kennzeichnungen, meinen aber dasselbe.

Vigotskii, Luria e Leontiev (1988) veröffentlichten ein Buch über die Sprache, die Entwicklung und das Lernen.
Quiros e Schrager (1979) schriftlich Lenguaje, Aprendizaje y Psicomotricidad.

Alle diese Bücher behandeln das gleiche Thema. Sie sprechen über die Beziehung der drei Aktivitäten, die zusammen zur Definition des Menschen beitragen:
GEHEN - SPRECHEN - DENKEN
Man kann sie genauso wenig trennen, wie man auch keinen Menschen in einzelne Teile trennen kann.

Daraus folgt, dass sich Sprache aus der Fähigkeit zu Sprechen entwickelt und in der gleichen Weise das Denken aus der sprachlichen Evolution resultiert. Sprechen und Denken sind so eng miteinander verbunden, dass man nur schwer unterscheiden kann, was zu dem einen und was zu dem anderen gehört, wenn es um intellektuelle Aktivität geht.

Der Arzt, der sich um Aveyrons Wolfs-Jungen zu kümmern hatte, sagte zur Krankenschwester, die ihm half: "Bringen sie ihn zum Reden, denn nur so können wir feststellen, ob er denken kann oder nicht."
Rozental (1983) bezieht sich auf autistische Patienten und bestätigt: "Die Störung des Sprechens versperrt offenbar die Entwicklung anderer intellektueller Tätigkeiten, wie abstrakter Gedanken, Konzeptformulierung oder kritischem Denken, da sie alle von der Entwicklung der verbalen Fähigkeiten abhängen."

Durch die Analyse dieser Aufgaben war ich mir sicher, dass es für ein Individuum weder gut sein kann, es vor einen Spiegel zu setzen, um ihm beizubringen wie man richtig zu sprechen habe oder bestimmte Artikulationsstörungen zu beheben.
Noch könnten wir Spiele mit Abbildungen benutzen deren Namen mit den gleichen Phonemen gesprochen würden.

Ich nahm erstmalig Notiz von Steiners Konferenz "Gehen - Sprechen - Denken", kurz bevor ich das Logopädie Studium beendete. Ich war mit dem Kurs nicht vollständig zufrieden. Nicht aufgrund des theoretischen und wissenschaftlichen Teils (ich fand sehr kompetente Lehrer und ein gut strukturiertes Programm vor), sondern aufgrund des praktischen und therapeutischen Teils.
Ich wollte nicht meine ganze Aufmerksamkeit auf die so genannten Symptome konzentrieren, vielmehr wollte ich nach den Ursachen suchen, die diese Symptome verursacht haben.

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3. Die Neurologische Organisation

Ich stimmte mit Steiner überein, wenn er sagt, dass der Geh-Prozess zur Sprache führt. Alles, was danach noch zu tun war, war herauszufinden, was genau dieser Prozess ist.

In der Zwischenzeit konnte ich glücklicherweise mit den Arbeiten von Temple Fay und seinen Nachfolgern Karl Delacato, Glenn Doman, Raimundo Veras und Edward Le Winn (u. a.) in Kontakt kommen.

Der natürliche Wissenspfad, der von der Menschheit genommen wird, soll sich auf dem Wissen der Vorväter gründen und den Weg bereiten, den die Nachkommen nehmen werden.

So verläuft die Menschheit in ihrer gnostischen Entwicklung. Wenn man eine wissenschaftliche Arbeit schreibt, wird bibliographisches Zitieren notwendig. Dies beweist, dass alle neuen Ideen auf bereits bestehende aufbauen bzw. bereits bestehen. Wissenschaft ist daher wie eine Pyramide, in der man seine eigenen Füße auf die Schultern der anderen aufstellt und im Gegenzug die eigenen Schultern zur Verfügung stellt, um die Pyramide weiter wachsen lassen zu können.

Allerdings wächst niemand vergebens, so klein der eigene Beitrag auch sein mag. Noch sollte man die vergessen, die Ihre Schultern angeboten haben.

Echse Manchmal sind sich diejenigen, die uns ermöglicht haben einen Schritt nach vorne zu gehen, gar nicht der Tatsache bewusst, dass sie uns geholfen haben. Dies passiert hauptsächlich, weil die meisten von ihnen, die uns ihre Arbeiten hinterlassen haben, nicht mehr leben! Ich möchte in diesem Zusammenhang meine aufrichtige Bewunderung Rudolf Steiners und Temple Fays aussprechen.
Ihre Philosophien und Arbeiten haben es uns ermöglicht, unzählig vielen anderen Bedürftigen zu helfen.

Temple Fay war ein amerikanischer Neurochirurg, der während des zweiten Weltkrieges lebte. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Doman und Delacato, die die Methoden ihrer Zeit in Frage stellten, analysierte er die menschliche Entwicklung. Außer ihren eigenen persönlichen Erfahrungen haben sie die umfangreichen Arbeiten von Gesell zur Entwicklung normaler Kinder verarbeitet.
Es macht keinen Sinn das ganze Lebenswerk von Herrn Fay zu erzählen. Beschränken wir uns nur auf seine Grundmodelle, auf denen er seine Methode gegründet hat.

Seine erste Prämisse besagt, dass die Ontogenese (Entwicklungsgeschichte eines einzelnen Organismus'), in bestimmten Aspekten die Phylogenese (die vollständige Entwicklung einer Spezies / die Stammesgeschichte) wiedergibt.

Er nannte diese Entwicklung, die ein Kind von der horizontalen Position in eine vertikale (stehende Senkrechte) bringt, die neurologische Organisation. (Es wurde so benannt, weil es durch ontogenetische Entwicklung passiert.)
Delacato definiert: "Neurologische Organisation ist eine physiologisch optimale Bedingung, die nur bei Menschen geschieht. Sie resultiert aus der neurologischen Entwicklung einer ununterbrochenen Ontogenese. Diese Entwicklung rekapitulierte die neurologische Entwicklung der Stammesgeschichte. Sie beginnt um das erste Trimester der Schwangerschaft und endet im Normalfall um die ersten 6,5 Jahre.

Während sie bei allen Säugetieren geschieht, verläuft sie beim Menschen vertikal durch das Rückenmark und allen anderen Teilen des ZNS, bis hin zur Cortex-Ebene.
Das abschließende Entwicklungsstadium, welches nur beim Menschen zu finden ist, findet auf dem Cortex statt und stellt einen lateralen Prozess dar (von links nach rechts oder von rechts nach links).

Er sagte auch, dass "um wirklich menschlich zu sein, der Mensch in der Lage sein muß Sprache zu gebrauchen. Sprache beim Menschen ist das Resultat der Entwicklung der Phylogenese des Nervensystems.

Die Sprache, in ihrer individuellen Entwicklung, ist das Ergebnis der Entwicklung und der Organisation des Nervensystems."

Beschäftigen wir uns genauer mit der letzten Aussage. Sie bedeutet im Grunde, dass Sprache das Ergebnis der neurologischen Organisation ist.
Neurologische Organisation wird auf der anderen Seite als ontogenetische Entwicklung beschrieben.
Damit sind die Phasen gemeint, die ein Kind durchläuft, bevor es eine aufgerichtete Position einnehmen und einen Schritt vor den anderen setzen kann. In anderen Worten: GEHEN .

Als wir feststellten, dass wir hier die Beschreibung von Steiners Prozess des Gehens gefunden hatten, war es als wenn wir das "verlorene Paradies" wieder gefunden hätten.

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4. Neurologische Reorganisation

Temple Fay und seine Kollegen stellten fest, dass in vielen unterschiedlichen Bevölkerungen und Zivilisationen der Welt normale Kinder, unabhängig davon welcher Kultur sie angehörten, immer die gleichen stereotypen Bewegungen durchführten, die sie "pattering" nannten. Sie konnten auch beobachten, dass Kinder mit Gehirnverletzungen diese Bewegungen nicht richtig durchführen konnten.

Daher dachten sie: "Wenn wir einem Patienten helfen diese Bewegungen durchzuführen, auch wenn sie unbewusst sind, würde das ZNS diese Bewegungen "lernen" und sie nachher ganz natürlich machen können ?"
Sie führten dies durch und stellten tatsächlich fest, dass das Kind die gleichen Bewegungen nachher von selbst durchführen konnte. Darüber hinaus stellten sie fest, dass manchmal die kindliche Entwicklung weiter verlief, als wenn eine Blockade, die die Entwicklung aufgehalten hatte, weggenommen worden sei.

Nach dem "Pattering" schlossen sie auch andere Bewegungen mit ein. Solche, die zur natürlichen Entwicklung des Kindes gehören, wie das Rollen, das Kriechen, das Krabbeln ...usw. Die erzielten Resultate waren dieselben.

Steine Sie nannten diesen Prozess neurologische Reorganisation (NRF), die als Ontogenetische Organisation Rekapitulation gesehen werden sollte, die von Phase zu Phase verläuft, in der gleichen Reihenfolge wie die der normalen kindlichen Entwicklung.

Für mich als Logopädin, die eine Therapie suchte, die sich mit den Hauptfaktoren (den Ursachen) der Symptome beschäftigt, war dies eine große Entdeckung.

Im Gedächtnis behaltend, dass Steiner davon ausgeht, dass der Gehprozess zum Sprechen führt (damit ist jede Form der Sprache gemeint), war ich davon überzeugt, endlich meinen Weg gefunden zu haben. Ich begann die Therapie bei einigen Kindern anzuwenden, während ich bei anderen Kindern die Therapie unverändert ließ.

Ich stellte fest, dass diejenigen, die mit der NRF-Methode behandelt wurden, viel bessere und wirkungsvollere Fortschritte zeigten. Dann begann ich sie bei jeder Sprech- und Sprachstörung anzuwenden und erzielte sehr positive Ergebnisse.
NRF arbeitet mit dem ganzen Körper. Und so sollte es auch sein, da der Körper in gewisser Weise der "Vorbereiter" der Sprache, des Schreibens und des Lesens ist.
Gestik und Mimik treten viel früher im Leben zu Vorschein, als die artikulierte Sprache.

Es ist hilfreich dem Leser zu erklären, dass NRF nicht das einzige Verfahren ist, das in unserem therapeutischen Prozess verwendet wird. Sie dient in jedem Fall als Unterstützung, aber einige andere Übungen werden in Abhängigkeit von der Art der jeweiligen Störung verwendet.

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5. Vegetative Reflexfunktionen

Als Logopädin glaubte ich etwas zu vermissen, um Temple Fays Methode zu vervollständigen. Nach seiner Philosophie sollte man, wenn ein Kind nicht in der Lage ist eine bestimmte Aktivität durchzuführen (z.B. kriechen), nicht das Kriechen selbst trainieren, sondern sich auf die Aktivitäten konzentrieren, die diesen Schwierigkeiten vorangehen.
Mit dem Wissen, dass die vegetativ-reflektorischen Funktionen (Atmen, Saugen, Kauen und Schlucken) als prälinguistische Funktionen (die die Neuro-Muskulatur darauf vorbereiten Phoneme, Wörter und Sprache als Ganzes zu artikulieren) existieren, fielen mir einige Auffälligkeiten meiner Patienten auf: Kinder mit Sprechproblemen, insbesondere solche mit cerebraler Lähmung, hatten diese Funktionen nicht vollständig entwickelt.
Nicht sprechende Patienten hatten diese Funktionsfähigkeit teilweise verloren.
Ich folgte Temple Fays Denk-Philosophie und begann nicht die Sprache bzw. Artikulation direkt zu trainieren, sondern begann an den grundlegenden prälinguistischen Funktionen zu arbeiten.

Nun wird eine Erklärung nötig, wie wir diese Arbeit entwickelten.
Durch eine Einladung von Dr. S. Interlandi, einer international anerkannten Persönlichkeit, nahm ich an einem Orthodontia Postgraduierten Kurs der Universität Sao Paulo teil.

Dort blieb ich fast 6 Jahre. Mein größtes Interesse galt zu dieser Zeit der Frage, was die Vegetativen Reflexfunktionen (VRF) negativ beeinträchtigen: insbesondere die Mundatmung und das atypische Schlucken (Zunge Druck Schlucken), die die Hauptursache für das Wiederauftreten von Fehlfunktionen ist, die zuvor kieferorthopädisch behandelt wurden.

Dr. Interlandi, der eine sehr liberale Sicht zu dieser Zeit hatte, dachte, dass eine Logopädin in diesem Zusammenhang hilfreich wäre, da es sich um Mundfunktionen handelte. Zu der Zeit als ich Logopädie studierte, erwähnte niemand ein atypisches Schlucken. Ebenfalls wurde Logopädie nicht an der Universität für Kieferorthopädie gelehrt.

In einer Studie und einem Forschungsaustausch mit Dr. Alael de Paiva Lino war es möglich die Untersuchungen zu diesem Thema zu intensivieren. Zu dieser Zeit berücksichtigte ich bereits Temple Fays Philosophie.

Dadurch, dass ich diese Grundkenntnisse als Basis hatte und mit der Kenntnis, dass die Muskulatur, die für die VRF- Funktionen verantwortlich ist, auch für die Aussprache und der richtigen Lage der Zähne verantwortlich ist, war ich in der Lage eine neue Methode für die Korrektur und das Wiedererlernen von zuvor gekannten Funktionen zu entwickeln.

Ich nannte diese Methode integrierte myofunktionelle Therapie.
Integriert steht für die Tatsache, dass sie alle Mundfunktionen mit einbezieht.
Wir beschreiben diese Methode nicht im Einzelnen, da sie bereits in der Zeitung Ortodontia 1976 veröffentlicht wurde. Die therapeutischen Effekte dieser neuen Methode sind so positiv gewesen, dass ich sie in meine eigene RNF mit einschloss.

Therapieutensilien Es ist bekannt, dass die propriozeptoren Impulse durch das ganze Nervensystem bis zum Cortex gesendet werden, die dort als Körperschema (Homunculus von Penfield) fixiert werden.
Für Quiros ist dieses Körperschema nicht einfach das Wissen, dass man bestimmte Teile des Körpers benennen kann, sondern die Fähigkeit, die unterschiedlichen Körperteile jederzeit so zu steuern, wie man möchte.
Dies ist genau der natürliche Entwicklungsprozess der die neurologischen Strukturen in funktionelle umsetzt. Ein Individuum mit einem gut entwickelten Körperschema, ist in der Lage, jede mögliche Bewegung mit seinem Körper auszuführen. Einschließlich solcher, die für das Sprechen notwendig sind.

Wie oben genannt, können Informationen, die von der Peripherie des Körpers kommen, die Gehirnrinde erreichen, genauer gesagt, die motorisch sensiblen Bereiche (Homunculus). Jedoch müssen wir bedenken, dass diese Darstellung des Körpers, auch Somatotypen genannt, auch auf dem Rückenmark, auf dem Kleinhirn als auch auf dem Thalamus gefunden werden kann.

Jede Bewegung, die auf den Übungen der RNF basiert, gehört dem menschlichen genetischen Programm an und gibt Propriozeption zu den Muskeln (neuro-muskuläre Spindeln), zu den Sehnen (neuro-tendonious Organen) und zu der Artikulation (gemeinsame Kapselempfänger).
Auch der Mundbereich ist hinsichtlich des externen und des propriozeptiven Bereichs umfangreich, da jeder Mensch atmet, kaut, saugt und schluckt.
Folglich führt die Einführung von vegetativ-reflexen Funktionen in einer bedeutenden Weise zu einer Vervollständigung der ursprünglichen Version der NRO. Diese neue Methode erhält den Namen Padovan Methode der neurofunktionellen Reorganisation.

Andererseits möchte ich klar machen, dass sich meine therapeutische Arbeit von denjenigen unterscheidet, die von Doman und Delacato angewandt wird.

Ich arbeite mit einem anderen Focus, hauptsächlich deswegen, weil meine Arbeit einen anthroposophischen philosophischen Hintergrund (Steiner) hat. Die pädagogische Methode, die in dieser Philosophie empfohlen wird (international bekannt als Waldorf-Pädagogik) zielt darauf ab, dass ein Kind beispielsweise nur dann mit dem Lesen lernen beginnen sollte, wenn der Zahnwechsel stattfindet.
Dies geschieht üblicherweise nur dann, wenn das ZNS korrekt ausgebildet ist. Dann erst kann der natürliche Lernprozess des Lesens und Schreibens beginnen.

Nach dieser pädagogischen Methode gibt es für alles eine richtige Zeit. Wir sollten daher den Moment abwarten, bis sich jede Aktivität von selbst zeigt.
Immer, wenn wir sagen, dass ein Kind fähig oder reif ist, eine bestimmte Tätigkeit auszuführen, meinen wir damit, dass sein ZNS die richtige Entwicklungsstufe erreicht hat, um diese Aufgabe durchzuführen. Wir sollten die neurologische Reifezeit eines Kindes immer berücksichtigen. Deswegen sollten wir genau die Entwicklungsphasen kennen. Es gibt viele Autoren, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Meiner Meinung nach ist die Arbeit von Gesell am umfangreichsten.

Einige bemerkenswerte Unterschiede zwischen einigen dieser Arbeiten hängen mit der Reihenfolge der Übungen zusammen. Bei der Doman-Delacato-Methode (die jetzt Menschliches- Potential- Entwicklungs-Methode genannt wird) erfolgt eine Befundung des Patienten, in welcher Entwicklungsphase er sich befindet. Anschließend werden Übungen, die der Entwicklungsphase auf der vorherigen Stufe entsprechen, durchgeführt.

Bekeys äußert sich über das ZNS wie folgt: "Das ZNS ist ein Komplex, der von zurück gekoppelten Schaltkreisen umschlungen ist. Wenn wir primitive Impulse senden, öffnen sich andere Wege und neue Schaltkreise können gebildet werden".

Aus diesem Grund beginne ich immer mit den einfachsten Übungen und durchlaufe in jedem therapeutischen Lernabschnitt alle natürlichen Entwicklungsphasen.
Ein weiterer Unterschied zwischen den Methoden betrifft die Intensität und die Frequenz jeder Übung. Bei der Padovan Methode dauern die Lernabschnitte ungefähr 30 bis 45 Minuten, zweimal wöchentlich.

Nur in ernsteren Fällen wird diese Frequenz bis zu 5mal wöchentlich erhöht.
Jede Übung wird mehrmals wiederholt, entsprechend den körperlichen Fähigkeiten und den Bedürfnissen des Patienten. Auf diese Weise versuchen wir eine Muskelüberlastung zu vermeiden.

Ein weiterer relevanter Unterschied zwischen den Methoden ist die Anwesenheit eines Elternteils während der Therapieeinheit. Ich glaube, dass Eltern eine wichtige, grundlegende Rolle (Co-Therapeut) spielen: Sie können alle möglichen Probleme und Veränderungen des Kindes beobachten und erhalten so Informationen.
Es ist keine einfache Aufgabe gleichzeitig beide Rollen auszuführen, die des Elternteils und die des Co-Therapeuten. Weil dies aber so wichtig ist, bitte ich immer einen Elternteil (üblicherweise die Mutter) bei jeder Therapiesitzung anwesend zu sein.
Die Anwesenheit der Mutter wirkt der Angst des Kindes entgegen, und die Mutter erfährt so, was mit ihrem Kind geschieht. Wenn es notwendig ist und es die Art der Übung erfordert, kann sie sogar der Therapeutin helfen.

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6. Die methodischen Übungen

Ich beschreibe die methodischen Übungen nur kurz, da dieser Artikel hauptsächlich die Grundgedanken der Padovan Methode der Neurofunktionellen Reorganisation darlegen soll. Die Übungen sollten möglichst korrekt durchgeführt werden, so dass korrekte Informationen an das ZNS gesendet werden können.

Die Homolaterale Musterbildung
Die Homolaterale Musterbildung findet in Bauchlage statt, wobei das Gesicht des Patienten zu der Seite gedreht ist, deren obere und untere Gliedmaßen angewinkelt sind, während die anderen Gliedmaßen entspannt und entlang des Körpers gestreckt bleiben.
Dann werden die Seiten gewechselt, alternierend.

Die KreuzmusterbildungDie Kreuzmusterbildung
Die Kreuzmusterbildung erfolgt ebenfalls in Bauchlage. Das Gesicht des Patienten blickt wie zuvor auf den angewinkelten Arm (Hand), die andere Hand liegt auf dem Rücken des Patienten. Das entgegen gesetzte Bein (zum gebeugten Arm) wird nun gebeugt, während das andere lang ausgestreckt bleibt. Wieder im Wechsel arbeiten.

Es gibt vier weitere Übungen, die vor diesen beiden Bewegungen durchgeführt werden sollten, die aber aus Platzmangel hier nicht erläutert werden. Jedoch sollten die aufgezeigten Übungen ausreichen, da sie die wichtigsten dieser Reihe sind.

Nachdem die Musterbildung erfolgt ist, wird es Zeit an den natürlichen Entwicklungsaktivitäten zu arbeiten, die jeder einzelnen Person eigen sind.

Man arbeitet mit den unterschiedlichen Bewegungsarten der Kinder, immer in der natürlichen Reihenfolge der natürlichen Entwicklung.

Das Rollen
Das Rollen
Diese natürliche Sache bedarf wohl keiner Erklärung.

Das homolaterale Kriechen
Erfolgt in derselben Position wie die "Homolaterale Musterbildung", wobei sich der Patient mit dem großen Zeh des angewinkelten Beines nach vorne schiebt.
Dann Wechsel zur anderen Seite.

Das Krabbeln
Benötigt ebenfalls keine Erklärung.

Der Bärengang
Der Bärengang
Aus der Krabbelposition werden die Beine durchgedrückt und der Patient läuft auf den Händen und Füßen. Die Muskelkraft des Armes wird bei dieser Übung sehr trainiert, was besonders für diejenigen, die nicht gut schreiben können, wichtig ist.

Hocke-Stand
Beide Füße stehen auf dem Boden. Nun hocken und hinstellen im Wechsel.
Beachten Sie bitte, dass es eine Phase während der kindlichen Entwicklung gibt, in der sie viel Zeit in dieser Position spielen.

Das gekreuzte Gehen
Dieser Marsch sollte mit betonten Bewegungen erfolgen, damit die Propriozeptoren gut angeregt werden. Die gegenüberliegende Hand berührt beim Marschieren das angehobene Knie, während die "Bein-seitengleiche" Hand den Rücken berührt.
Nicht mit Kindern unter drei Jahren durchführen, oder Patienten, die im Entwicklungsalter unter drei Jahren liegen.

Die o. g. Übungen sollten in der gleichen Reihenfolge erfolgen, wie dargestellt.
Beachten Sie, dass der Patient die Übungen von der horizontalen Ebene bis zur vertikalen durchläuft, exakt dieser Weg wird in der normalen Entwicklung vollzogen.

Das Hangeln
Benötigt keine Erklärung.

Die Hängematte
Vor und nach der Körpersequenz wird der Patient in der Hängematte bewegt.
Langsam beginnen, damit dem Patienten nicht übel wird. Nach zwei bis drei Monaten sollten Zeit und Geschwindigkeit leicht erhöht werden.

Die Handübungen
Die Handübungen
Die Reihenfolge der Handübungen ist aus der natürlichen Entwicklung der Handbewegungen abgeleitet.

Die Augen-Übungen
Die Reihenfolge der Augenübungen ist ebenfalls aus der natürlichen Entwicklung der Augen abgeleitet.

Die Auge-Hand-Übungen
Es werden verschiedene Übungen mit verschiedenen Bällen durchgeführt.

Das Springseil
Dies ist eine sehr wichtige Übung hinsichtlich der Zeit-Raum-Lagebestimmung.
Es gibt viele Übungsmöglichkeiten, abhängig von den Bedürfnissen des Patienten.

Es gibt noch weitere Übungen, die angeschlossen werden können, z. B. das Hüpfen und der Springmarsch. Einige Kinderspiele können die Therapiesequenz ebenfalls abrunden.
Rollen über Therapiesessel

Übungen zu den prälinguistischen Grundfunktionen
Es werden Übungen zur Atmung, zum Saugen, zum Kauen und zum Schlucken durchgeführt.

Jede Übung begleitet der Therapeut durch VERSE. Diese können die Phoneme beinhalten, die der Patient noch nicht beherrscht. Ebenso wird der Wortschatz erweitert und der Satzbau verbessert.
Die Verse sind ganz besonders für den Rhythmus wichtig, da die Muskeln und das Nervensystem auf rhythmische Impulse besser reagieren können.

Auch dienen sie zur Motivationsquelle für den Patienten, unabhängig vom Alter.

FÜR ALLE, DIE DIESE METHODE ANWENDEN WOLLEN:

Wir arbeiten mit dieser Methode bei Patienten, die Sprech- oder Sprachschwierigkeiten haben, egal welcher Art.
Wir arbeiten an unterschiedlichen Störungsbildern : z. B. Down-Syndrom, cerebrale Störungen, Autismus, mentale Störungen, Sprachentwicklungsstörungen, Teilleistungsstörungen (Lese-, Rechtschreibstörung, Dyskalkulie), Redeflussstörungen, Aphasiker, Parkinson- und Alzheimerpatienten.

Sprech- und Sprachprobleme sind nach Temple Fay "(...) nicht andere Probleme, sondern andere Erscheinungsformen des selben Problems."
Diese Probleme werden durch die gleiche Ursache hervorgerufen, die eine Störung während der Entwicklung oder während der Organisation des ZNS sein kann.
Ist die Ursache dieselbe, kann auch die Behandlungsmethode dieselbe sein, sie variiert entsprechend der Intensität der Störung.

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7. Zusammenfassung

Es ist leicht zu erkennen, dass diese Methode aus einfachen Übungen, die der menschlichen Natur entsprechen, besteht.
Sie sind nicht künstlich oder durch mühsames Studium geschaffen worden. Tatsächlich sind sie so einfach, dass manche ihre Effizienz anzweifeln könnten.
Aber, äußerlich betrachtet, ist die Natur einfach. Ihre Gesetze gelten überall und können von jedem beobachtet und aufgegriffen werden, der dazu fähig und willens ist.
Wie Einstein einst sagte. "Es gibt keinen logischen Weg, um die grundlegenden Gesetze des Universums zu finden. Der einzige Weg ist die Intuition. Die Mechanismen, die für die Entdeckungen verantwortlich sind, sind nicht logisch bzw. intellektuell, sondern vielmehr eine Erleuchtung, fast einer Ekstase vergleichbar. Anschließend analysiert die Intelligenz es und die Erfahrung bestätigt die Intuition."

Rudolf Steiner und Temple Fay hatten ebenso das Privileg über Intuition zu verfügen und durch Intelligenz und Erfahrung diese zu bestätigen.
Ich hatte das große Glück beide Arbeiten kennen und schätzen zu lernen.

Zu Einsteins Gedanken zurückkommend, möchte ich hinzufügen, dass ich nicht sicher bin ob meine Arbeit Wissenschaft oder Kunst mit einbezieht.
Ich bin nur davon überzeugt, dass sowohl das Nervensystem als auch der Mensch uns immer noch, mit unserem begrenzten Wissen, mysteriös erscheinen.
Ich verwende ein wenig Kunst beim Aufsagen der Verse während der Übungen.

Ich benötige auch die Wissenschaft, z. B. beim Studium des Nervensystems wurden mir klärende, wissenschaftliche Fakten bewusst, wie beispielsweise die Neurologische Plastizität und Neurothrophische Faktoren, die wovon ich absolut überzeugt bin, meine Arbeit rechtfertigen.

Dies ist eine sehr einfache Methode. ... So einfach wie die Natur selbst!

Beatriz A.E. Padovan und Dr. Sonia Padovan Catenne

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Dieser Artikel stammt aus einer Fachzeitschrift und wurde von der Verfasserin / den Verfasserinnen in das Internet gestellt. Die englische Übersetzung wurde von uns wiederum ins Deutsche übersetzt, um für Eltern, Angehörige, TherapeutInnen, ÄrztInnen und weitere Interessierte eine deutsche Fassung zu haben.
Vielen Dank unserem Übersetzer Herrn Dietmar Peetz!

Simone Peetz-Peulen & Annette Kruschack-Gehlen

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8. Ausbildungsorte

Informationen über die Ausbildungsorte entnehmen Sie bitte unten stehender Internetseite.
Sie gelangen dort auf die brasilianische Homepage. Wählen Sie oben rechts Ihre gewünschte Übersetzung. Anschließend finden Sie alle Events, Orte und Veranstalter unter der Rubrik "outdoor events" im Menü auf der linken Seite.

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